Leseprobe

Nullort - Ein Thriller von Roger Wortmann

Soundtrack zum Buch

YouTube Spotify

Ein Buch ist wie ein Film im eigenen Kopf. Filme wirken auf visueller und auditiver Ebene. Naturgemäß fehlt beim Lesen die auditive Ebene. Deshalb wurde diese Playlist als Lese-Soundtrack zusammengestellt. Sie enthält die Tracks, die im Buch angeführt sind und ist erweitert um zahlreiche Stücke, die der Stimmung des Romans entsprechen.
Viel Spaß!
 

Roger Wortmann

Autor | Regisseur | Szenograph

Roger Wortmann

Roger Wortmann

Autor

Roger Wortmann wurde 1968 in Salzburg geboren. Früh geprägt vom Spannungsfeld zwischen humanistischer Ausbildung und Faszination der Populärkultur, absolvierte er nach ersten Meriten als Junior Creative Direktor in der Werbung das Studium MultiMediaArt. In der Folge entwickelte er als Drehbuchautor und Regisseur TV-Formate, befasste sich intensiv mit den soziologischen Einflüssen manipulativer Medien. Als Szenograph entführte er Zuschauer in multisensorische Erlebniswelten, als Gastprofessor für Medienästhetik und Dramaturgie experimentierte er mit seinen Studenten im Bereich interaktiver Film.

Im Rahmen seiner jahrelangen Tätigkeit als Executive in der OnAirPromotion wurde er mit zahlreichen international renommierten Preisen ausgezeichnet.

Nach seinem Debütthriller Operation Babel steht die Fortsetzung Nullort in den Startlöchern. Goliath2, der finale Teil der Trilogie ist bereits als Skizze layoutiert.

   Roger Wortmann
auf Facebook

  Roger Wortmann
auf Instagram

 
 
 

Interview

Geführt von Tina Siglreithmayr im April 2024

Roger, wir haben uns vor nunmehr schon über vier Jahren zur Veröffentlichung Ihres Debütromans Operation Babel“ getroffen. Jetzt steht die Fortsetzung „Nullort“ in den Startlöchern und ich erlebe Sie wieder voller Energie und Begeisterung. Wie ist es Ihnen ergangen, was ist seither alles passiert?“

Es waren, wie für uns alle, unerwartet bewegte Jahre! Beängstigend, aber auch aufregend, erschütternd und gleichzeitig für ein fiktives Schaffen auf eine verstörende Weise inspirierend. Als Individuen waren wir in den letzten Jahrzehnten nie derart gefordert, mit dermaßen gravierenden Ausnahmesituationen umzugehen. Die weltpolitischen Ereignisse überfordern uns alle, da nehme ich mich nicht aus. Als Person Szenarien zu definieren, wie wir mit bisher undenkbaren, von uns nicht beeinflussbaren Faktoren umgehen sollen, ist eine ganz neue Anforderung. Wir stehen täglich vor der Frage: was ist richtig, was falsch?

Wie ging es Ihnen persönlich in dieser Zeit?

Als wir Operation Babel 2019 auf der Frankfurter Buchmesse präsentiert haben, waren wir alle on fire. Die ersten Reaktionen auf das Buch waren unerwartet frenetisch. Der Buchhandel hat es abgenommen, das Weihnachtsgeschäft ließ sich toll an. Wir konnten eine kleine Lesetour durch Österreich für den Frühsommer 2020 organisieren und haben uns voller Verve für die Leipziger Buchmesse vorbereitet. Merchandising-Produkte, Stand-Displays, es war alles fertig. Drei Tage vor der Abreise wurde die Messe als erstes Großevent in Deutschland aufgrund von COVID-19 abgesagt. Und dann war alles anders. Gerade für einen Debüt-Roman eines gänzlich unbekannten Autors ist es unerlässlich, im stationären Buchhandel stattzufinden, dort gesehen und gefunden zu werden. Die Lese-Tour wurde gecancelled und so blieb nur noch Social Media, um mit den Lesern in Kontakt zu treten. Für mich eine gänzlich neue Erfahrung.

Findet sich das alles in ihrem neuen Buch Nullort wieder? In wie weit hat das alles Sie beim Schreiben beeinflusst?

In Operation Babel überzeichne ich ein medienkritisches Szenario, das manche Leser ähnlich überfordert wie das Erlebte. Nullort sollte sich schon von der ersten Idee an mit einem naturwissenschaftlichen Thema befassen, das mich seit langem beschäftigt. Der Anfang wurde bereits im Spätsommer 2019 als rein fiktives Szenario geschrieben. Dass wir uns nur 6 Monate später in realiter in dieser Situation wiederfanden, bescherte mir Gänsehaut. Dass sich Fragmente der Geschichte in den Verschwörungstheorien rund um die Impfstoffe wiederfanden, war erschreckend und nicht beabsichtigt. Ich stelle mir in meiner Arbeit Fragen, denke Antworten um die Ecke, will damit Denkanstöße liefern. Jegliche Art von politischem Populismus damit zu befeuern, liegt mir fern.

Auch in Ihrem neuen Buch balancieren Sie mit den handelnden Charakteren wieder auf Messers Schneide wie es selten ein Autor tut. Ist es Absicht, dass Sie ihren Protagonisten auch unsympathische Wesensmerkmale zumuten und vice versa den Antagonisten eine menschliche Seite zugestehen?

Definitiv! Ich gehe mit offenen Augen durch mein Leben und blicke dabei auch manchmal in den Spiegel. Da sehe ich auch nicht immer eine Gloriole! Jedes Individuum ist zu Gutem und zu Schlechtem fähig. Jeder Mensch – und auch jedes Tier – hat mehr oder weniger gut verborgene Trigger, die eine Empfindung oder einen Affekt auslösen können. Sie setzten unbewusste Muster in Gang, die sich aus Kränkungen, Enttäuschungen und unerfüllten Hoffnungen manifestiert haben. Man darf dabei nie vergessen, wie Menschen sozialisiert wurden. Damit umzugehen ist eine lebenslange Aufgabe.

Wem sagen Sie das! Roger, was kommt in Nullort auf Ihre Leser zu. Tatsächlich wird das Buch sehnsüchtig erwartet.

Ja, Operation Babel hat eine zwar kleine, aber eingeschworene Leserschaft begeistert, die sich mit Ungeduld auf die Fortsetzung freuen – wofür ich mich aus vollem Herzen bedanken möchte. Und ich verspreche: es bleibt spannend. Die Handlung von Nullort schließt direkt an das Ende von Operation Babel an. In einer verstörenden Welt, in der die Natur kollabiert, die Gier nach Energie eine geopolitische Neuordnung verlangt, neigen wir dazu, auf Lösungen in den Verheißungen der Technik zu vertrauen. Der Triller beschäftigt sich mit jener existentiellen Frage, welche alle Kulturen seit Anbeginn der Naturwissenschaften umtreibt: Fluch oder Segen? Dem Inferno im Mittleren Osten nur knapp entronnen, taucht Henning Lauritz mit seinen Verbündeten Cosima de Burnes und John Smith bei Raoul Mounier in Marokko unter. Ein globaler Shutdown unterbindet vorübergehend nicht nur das Reisen, auch das Internet und die Satellitennetworks sind deaktiviert. Unter dem Pseudonym Roger Wortmann beginnt Henning, die Hintergründe der Katastrophe in Bagdad in einem fktiven Triller festzuhalten: Operation Babel. Bis zu dessen Fertigstellung lassen er und Cosima ihre Angehörigen im Glauben, sie seien umgekommen, denn sie haben sich mächtige Feinde gemacht, die sich nun in Stellung bringen. Im Rahmen der Recherche stößt Henning auf Hinweise zu seiner eigenen Lebensgeschichte und einmalmehr macht er sich auf eine Reise ins Ungewisse, deren Ziel mit einer dystopischen Überraschung aufwartet. Die Heldenreisen der Protagonisten und Antagonisten aus dem ersten Buch gehen weiter, schlagen unerwartete Haken und geben Antworten auf bis dahin ungestellte Fragen. Gibt es Steigerungen? Immer. Können wir die Augen davor verschließen? Vielleicht kurzfristig, doch die Neugier siegt. Im furiosen Showdown begegnet Henning einem der Obersten der WWRC, der ihm über seine eigene Herkunft die Augen öfnet und mit der ultimativen Frage zurücklässt: Risiko oder Chance – wie weit darf Forschung gehen?

Meine Neugier ist auf jeden Fall geweckt. Ab wann wird Nullort im Handel sein?

Das Buch ist fertig, kann also jederzeit in Produktion gehen. Allerdings sind die Druckkosten derart gestiegen, dass wir einen großen Publikumsverlag als Partner suchen müssen, um es in gedruckter Version auf den Markt zu bringen. Die Erfahrung mit dem ersten Buch hat uns gelehrt, dass es als Kleinstverlag nicht zu stemmen ist, den Vertrieb selbst zu betreiben. Wir haben unzählige Kontakte in Buchhandlungen geknüpft, das war eine unfassbar spannende Zeit und es sind dadurch wertvolle Freundschaften entstanden, doch leider muss sich ein Projekt auch wirtschaftlich rechnen, und das können wir mit unseren beschränkten Ressourcen nicht leisten. Sollten wir es nicht schaffen, einen Publikumsverlag zu gewinnen, werden wir Nullort im Oktober exklusiv als E-Book veröffentlichen.

Wird es denn unter diesen Vorzeichen den dritten Teil der Roger Wortmann-Serie noch geben?

Auf jeden Fall. Goliath2 gedeiht bereits, ich bin voller Ideen. Wenn ich die weltpolitische Lage und die Anforderungen an uns alle durch den Klimawandel und KI betrachte, wäre die Reihe unendlich fortzusetzen. Es gibt so viele Wunden auf dieser Welt, die es wert wären, den Finger hineinzulegen.

Roger, ich bedanke mich für das Interview, es war mir wieder einmal eine große Freude. Ich wünsche Ihnen, dass die Kooperation mit einem Publikumsverlag gelingen möge, Ihre ungewöhnlichen Geschichten haben eine breitere Aufmerksamkeit auf jeden Fall verdient! Noch eine letzte Frage: Das letzte Mal habe ich Sie in einem rechtwinkeligen Flachdach-Glashaus besucht, heute komme ich durch ein 3,50 Meter hohes Portal aus Altholz in ein mit Worten nicht zu beschreibendes Haus, das an eine Burg oder ein altes Kloster erinnert. Es könnte gegensätzlicher nicht sein!

Da gebe ich Ihnen recht. Das ist typisch für mich. Ich liebe und lebe die Extreme. Dieses Haus hat uns gefunden. Jedes Detail hier ist handgemacht und hat eine Geschichte. Der Steinboden im Wohnzimmer ist aus einer Kapelle im Friaul, die nach einem Erdbeben abgerissen wurde, die Eichendielen von einem abgetragenen Bergbauernhof aus dem 18. Jahrhundert. Der Garten ist voller Heilkräuter und selten gewordenen Wiese-und Waldpflanzen. Es sieht aus, als wäre es zweihundert Jahre alt, dabei wurde es erst 2012 nach überlieferten Bautechniken in Kombination mit modernster Technik gebaut. Lehmputz trifft Luftwärmepumpe – das bin ich!

Presse & Kontakt

Sie möchten die Pressemappe anfordern oder dem Autor eine Mitteilung schreiben?
Nur zu, Roger Wortmann freut sich von Ihnen zu hören.


Mit den Absenden-Button bestätigen Sie, dass Sie die Datenschutzhinweise zur Kenntnis genommen haben.